Als Georg I. von Sachsen-Meiningen starb, hieß es: "Er war ein weiser Regent, ein wohlwollender Fürst und ein Vater seines Volkes; er war ein tätiger Menschenfreund ...; ein Gönner der Gelehrten und Künstler und ein Mann von edlem hohen Charakter."
Auf der Basis der klugen, soliden und von den Ideen der Aufklärung geleiteten Politik seiner Mutter Charlotte Amalie führte Georg I., 1782 zunächst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Carl, das Land im Sinne des aufgeklärten Absolutismus weiter. Denn im 18. Jahrhundert gab es weder bei der Obrigkeit noch beim Volk ein Demokratieverständnis. Deshalb setzte Georg ein Regierungskonzept um, in welchem sich der weise Herrscher, ähnlich wie Sarastro in Mozarts Zauberflöte, vom Gottesgnadentum gelöst und sich dem Menschen zugewandt hat.
Das ging so weit, dass man bei Hofe lernen musste, sich des förmlich schwülstigen Kanzleistiles zu enthalten und die bürgerlich-schlichte Kleidung des Herzogs aus heimischem Tuch zu respektieren.
Er legte großen Wert auf die Bildung aller, nicht nur seiner eigenen Kinder. Zur Geburt seines Sohnes Bernhard gab er bekannt, auf die festliche Beleuchtung seines Schlosses mit in die Fenster gestellten Kerzen verzichten zu wollen und das Geld für einen Schulneubau zu spenden und rief seine Untertanen dazu auf, es ihm gleichzutun. Aus dieser Anregung entstand das spätere Gymnasium Bernhardinum.
Gleich im Jahr seines Regierungsantritts verordnete er die Einführung fester Bibliotheksstunden und machte somit die stattliche herzogliche Bibliothek der Öffentlichkeit zugänglich. Das Gleiche galt für die herzoglichen Kunstsammlungen, um die sich auch schon sein Bruder Karl verdient gemacht hatte. Die anspruchsvollen Konzerte der Hofkapelle wurden ins Logenhaus verlegt und der allgemeinen Bürgerschaft zugänglich.
Außer der Förderung von Landwirtschaft, Industrie, Chausseebau war auch die Forstwirtschaft von großer Bedeutung, denn der Raubbau an den Waldressourcen einschließlich der damit verbundenen Bodenerosion hatten bereits damals erschreckende Ausmaße angenommen. 1801 wurde die Forstakademie in Dreißigacker gegründet und einer der fähigsten Männer an deren Spitze berufen: Johann Matthäus Bechstein.
Auf wissenschaftlich fundierter Basis suchte man nun Wald- und Tierbestand zu erhalten und zu vermehren. Auch versuchte Georg seinen Untertanen die Einheit von Schönheit und Nutzen der Natur zu vermitteln. Die Anlage des Meininger Englischen Gartens (1782) und des Parks von Altenstein geht auf ihn zurück. Nach dem Meininger Stadtbrand 1874 wurde die neu errichtete Hauptstraße der Meininger Innenstadt nach ihm benannt.