Adoptiv- bzw. Ziehvater von Ludwig Bechstein (1801-1860)
Johann Matthäus Bechstein war eine äußerst vielseitig tätige und interessierte Persönlichkeit, die über den gesamten natur-, forst- und jagdkundlichen Kenntnisstand ihrer Zeit verfügte.
Als Aufklärer und Pädagoge im Allgemeinen, wie als Begründer der Jagdtierkunde, als bedeutender Vogelkundler und Naturschützer oder als Pionier der Forstinsektenkunde im Besonderen, hat er in Lehre und Forschung wesentlich zum Erkenntnisfortschritt beigetragen und die Forstwissenschaft auf eine naturwissenschaftliche Grundlage gestellt.
Als zielstrebiger und weitsichtiger Organisator gründete und leitete er die forstlichen Lehranstalten in Waltershausen (1795) und Dreißigacker (1801), wobei letztere 1803 zur Forstakademie erhoben wurde und schuf schon 1795 die Societät für Forst- und Jagdkunde als weltweit erste Gelehrtengesellschaft von Forst- und Jagdwissenschaftlern.
Er war Herausgeber, Verfasser und Übersetzer einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen (35 Titel in mehr als 80 Bänden) zur Jagd- und Tierkunde, Vogelkunde, Lurch- und Kriechtierkunde, Heimtierhaltung und nicht zuletzt zur allgemeinen und forstlichen Pflanzenkunde und – gemeinsam mit dem Ritschenhäuser Pfarrer und Entomologen Georg Ludwig Scharfenberg (1746-1810) - auch zur Forstinsektenkunde.