Dreißigacker kam bereits 1990 zur Theaterstadt. Gelegen ist das Dorf oberhalb Meiningens auf dem inselförmigen Hochplateau am Rande des Werratals. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick zum Dolmar, der Geba oder auch den Inselsberg. Mit dem Namen Dreißigacker verbinden die meisten Menschen das Klinikum mit den Ärztehäusern – ein moderner Medizinstandort von überregionaler Bedeutung. Doch Dreißigacker ist mehr.
Geschichte und Geschichten
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des Ortes „Drizichaccker“ erfolgte im Jahre 1311. Der Name nimmt Bezug zur Feldwirtschaft, der Nahrungsgrundlage früherer Generationen, die mühsam genug gewesen sein muss. Der Boden ist steinig, das Klima rauh, das Wasser war knapp, die Werra weit. Kriegshandlungen, Schadensfeuer, Hungersnöte und Seuchen dezimierten immer wieder die Bevölkerung. Juden und Christen lebten über Jahrhunderte neben- und miteinander im Dorf.
Berühmte Persönlichkeiten haben in Dreißigacker gelebt und ihre Spuren hinterlassen: Der „Schöne Rabbiner“ Moses Sachs gilt als erster deutscher Jude, der im 19. Jahrhundert nach Palästina auswanderte.
Ludwig Bechstein, der Märchendichter, wohnte bei seinem Onkel Johann Matthäus Bechstein, dem Direktor der Herzoglichen Forstakademie im Langen Bau. Der Heimatdichter Paul Motz lehrte die Forstwissenschaft und Lebensweisheiten. Um neudeutsch ganzheitliche Bildung ging es auch dem Begründer und Leiter der Heimvolkshochschule im Schloss
Eduard Weitsch.