Horst Strohbusch hat in den Tagen des Umbruchs 1989 den Mut aufgebracht, in der Stadtkirche deutliche Worte zu sprechen – ruhig, unmissverständlich, und doch immer versöhnlich. Er hat den Menschen Hoffnung gegeben und das Licht der Veränderung weit über die Kirchentüren hinausgetragen. Als erster frei gewählter Bürgermeister nach der Wiedervereinigung hat er in einer Zeit großer Unsicherheit Verantwortung übernommen. Mit Idealismus, Toleranz und seiner Suche nach Kompromissen hat er die Grundlagen dafür geschaffen, dass Meiningen heute wirtschaftlich stark dasteht – das Gewerbegebiet Dreißigacker, die Weichenstellung für das Klinikum und die Sicherung unseres Theaters tragen seine Handschrift.
Doch Dr. Strohbusch war weit mehr als nur Bürgermeister. Er war Mahner und Zeitzeuge – einer, der nie müde wurde, uns daran zu erinnern, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern jeden Tag gelebt werden muss. Seine Worte, dass die Menschheit lernen müsse, mehr Nächstenliebe und Dankbarkeit zu zeigen, klingen in diesen Zeiten besonders nach.